Geschichte und Sozialkunde

 

Fachprofil

Die Geschichtslehrer der Maria-Ward-Mädchenrealschule in Berg am Laim sind darauf bedacht, neben den grundlegenden Lehrplaninhalten, den wichtigen Daten, Begriffen und Fakten der Geschichte auch größere Zusammenhänge und Traditionslinien zu erklären und diese so deutlich zu machen, damit die Schüler immer dieses Wissen in ihrem Alltag anwenden können. Deshalb stellen die Lehrer zu den Themen des Unterrichtes einen konkreten Gegenwartsbezug her, damit den Schülerinnen die Aktualität historischer Ereignisse klarer wird.

Das kann man beispielsweise an folgendem Beispiel sehen. Um Jugendlichen zu verdeutlichen, dass es auch heute noch jüdisches Leben in Deutschland gibt und jüdische Menschen sich bei uns auch heimisch fühlen, lud die Fachschaft die in Israel geborene Studentin Rebecca von Bebel (siehe Foto) in die neunten Klassen ein, damit sie hier aus ihrem Leben erzählen kann.

geschichtliche exkursion

Exkursionen und Projekte

Der Unterrichtsstoff wird allerdings nicht nur durch die Lehrkraft vermittelt. Die Schülerinnen werden angehalten, durch entdeckendes und handlungsorientiertes Lernen den Unterrichtsstoff teilweise auch selbst zu erarbeiten. Beispielsweise setzte sich eine neunte Klasse in einem fächerübergreifenden Projekt in den Fächern Deutsch und Geschichte mit der (Über-) Lebensgeschichte der Jüdin Henny Brenner aus Dresden auseinander. Sie lasen im Deutschunterricht Ausschnitte aus dem Buch „Das Lied ist aus“ von Frau Brenner. Anschließend wählten sie Passagen aus, die sie am Holocaust-Gedenktag Ende Januar im Volkstheater im Rahmen des „Tages der Quellen“ vorlasen.

Im Februar 2014 fand mit den zehnten Klassen ein Planspiel statt, bei dem die Schülerinnen mit Hilfe von Mitarbeitern des Stasi-Museum in Berlin den Alltag in der DDR nachspielten.

 

Neben den Unterrichtsinhalten binden wir auch, außerschulische Lernorte in den Unterricht ein. Folgende Tabelle zeigt die von den Geschichtslehrern durchgeführten Exkursionen in Museen, Gedenkstätten und zu historischen Lernorten.

 

Klassenstufe

Exkursionsort

6. Klasse

Ägyptisches Museum

7. Klasse

Stadtrundgang durch das „mittelalterliche München“

8. Klasse

Exkursion zum Schloss Nymphenburg

9. Klasse

Exkursion in das Bayerische Armeemuseum in Ingolstadt

Stadtrundgang durch das „nationalsozialistische München“

10. Klasse

Besuch der Gedenkstätte Dachau

 

Zeitzeugenbesuche

In der neunten und zehnten Klasse lädt die Fachschaft Geschichte natürlich auch Zeitzeugen in den Unterricht ein. In den letzten Jahren waren die Holocaustüberlebenden Shlomo Wolkowicz (1924 – 2014), Eva Franz (siehe Foto) und Henny Brenner an unserer Schule zu Besuch. Im Rahmen des Unterrichtes der zehnten Klasse besuchte uns Herr Günther Rehbein, der Anfang der fünfziger Jahre wegen Kritik am Regime in der DDR einige Jahre in einem Gulag in Sibirien saß.
zeitzeugenbesuch

Religion im Geschichtsunterricht

Natürlich wird in den verschiedenen Jahrgangsstufen auch die Geschichte des Christentums intensiv behandelt. Wird am Ende der sechsten Klasse auf die Entstehung unseres Glaubens genauestens eingegangen, so setzt man sich beispielsweise in der neunten Klasse mit dem Widerstand der christlichen Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Ethische und moralische Fragestellungen sind somit ein wichtiger Bestandteil des Geschichtsunterrichtes.

 

Fachbereich Sozialkunde

Fachprofil

Das Fach Sozialkunde vermittelt neben den im Lehrplan aufgeführten Grundkenntnissen, Grundfertigkeiten und Grundeinstellungen und den anschließend aufgeführten Themen auch Interesse und Begeisterung an politischen und sozialen Entwicklungen. Dazu wird immer wieder auch auf das tagespolitische Geschehen oder aktuelle gesellschaftliche Ereignisse eingegangen. Im letzten Jahr setzen sich die Sozialkundelehrer beispielsweise mit der Ankunft hunderttausender Geflüchteter in Deutschland auseinander. Man besprach die Gründe für die Fluchtbewegungen sowie die damit verbundenen Reaktionen in Deutschland und Europa. Im Wahljahr 2016 wurden auch die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im Rahmen des Sozialkundeunterrichtes besprochen.

 

Exkursionen

Auch außerschulische Lernorte kommen im Sozialkundeunterricht nicht zu kurz. Im letzten Jahr besuchte eine zehnte Klasse den Bayerischen Landtag. Dieses Schuljahr durfte eine der zehnten Klassen im Rahmen des Projektes
„Lernort Staatsregierung“ der Landeszentrale für politische Bildung am 20. September das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz sowie am Nachmittag die Bayerische Staatskanzlei besuchen. Dabei beantwortete der Büroleiter der Ministerin Ulrike Scharf den Schülerinnen im Büro der Ministerin auch alle Fragen, die die Schülerinnen zum Beruf eines Ministers hatten (siehe Foto).

exkursionen

Expertenbesuche

Letztes Jahr besuchten die Journalistin Ronja von Wurmb-Seibel und der Dokumentarfilmer Niklas Schenck unsere Schule, um über ihre Arbeit in Afghanistan zu sprechen. Ein Jahr zuvor hatte die Fachschaft die beiden eingeladen, um über ihre Tätigkeit als Journalisten in einem Krisengebiet zu sprechen. Da die beiden zu dieser Zeit allerdings noch in Afghanistan arbeiteten, schlugen sie vor, mit einer unserer Klassen ein kleines Projekt zu veranstalten. Dazu „skypten“ die Mädchen einer neunten Klasse mit den „Peace-Volunteers“, einer aus jungen Männern bestehenden Gruppe, die sich für den Frieden in Kabul und Afghanistan einsetzen. Beide Gruppen sprachen in den rund eineinhalb Stunden über ihren jeweiligen Alltag in Deutschland und Afghanistan. Das Gespräch wurde später Teil der Dokumentation „Sieben Tage in Kabul“ über die „Peace Volunteers“ in Afghanistan (https://www.youtube.com/watch?v=wM2lNGrujU8). Dabei arbeitete der Sozialkundelehrer eng mit der Englischlehrkraft der Klasse zusammen.

Ronja von Wurmb-Seibel hat dieses Projekt auch in ihrem Buch „Ausgerechnet Kabul“ auch zur großen Freude der Schülerinnen der beteiligten zehnten Klasse beschrieben. Im Frühjahr 2015 besuchten dann Frau Wurmb-Seibel und Herr Schenck unsere Schule. Innerhalb des Gespräches mit den Schülerinnen wurde auch über den Krieg in Afghanistan, der von der NATO gegen die Taliban geführt wurde, sowie dessen Folgen für die Bevölkerung, intensiv geredet. Somit konnten den Schülerinnen wichtige Aspekte des Lehrplans (Bedeutung der NATO) anhand eines aktuellen Beispiels verdeutlicht werden.

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Für dieses Schuljahr ist außerdem geplant, einen Abgeordneten des Bayerischen Landtages in den Unterricht der zehnten Klassen einzuladen. Außerdem werden die Schülerinnen aufgefordert, am 26. November 2016 zum Tag der offenen Tür des Landtages zu gehen.

Viele der Projekte erfolgen dabei in enger Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung in Bayern, die es Schulen bayernweit leichter macht, näher an die Politik heranzukommen.