Konzept zur Prävention von sexuellem Missbrauch und sexuellen Übergriffen

1. Definition

“Prävention von sexuellem Missbrauch ist integraler Bestandteil der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Als Grundprinzip pädagogischen Handelns trägt Prävention dazu bei, dass Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen, glaubens- und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten gestärkt werden.”

2. Mögliche Anzeichen sexuellen Missbrauchs

Alle Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule sollten sich immer bewusst sein, dass auch in ihren Klassen Fälle von sexuellem Missbrauch innerhalb der Familie oder des Freundeskreises stattfinden könnten. Es ist deshalb unbedingt notwendig, sich über mögliche Merkmale und Anzeichen sexuellen Missbrauchs zu informieren.

  • unspezifische Verhaltensänderungen (z. B. Aggression, Rückzug)
  • spezifische Verhaltensänderungen (sexualisiertes Verhalten, altersunangemessenes Sexualwissen usw.)
  • Leistungsabfall
  • Psychosomatische Symptome (Schlafstörungen, Essstörungen usw.)
  • Suchtmittelkonsum
  • Selbstverletzungen
  • häufige Krankheiten

3. Präventionsmaßnahmen an unserer Schule

Um Fälle von sexuellem Missbrauch schon präventiv entgegenzuschreiten, hat das Kollegium der Maria-Ward-Mädchenrealschule Berg am Laim folgende vorbeugende Maßnahmen vorgesehen:

3.1. Ernennung eines Missbrauchsbeauftragten: Frau Andrea Metzner, FLin i.K.

3.2. Schulpsychologe als professioneller Ansprechpartner

3.3. Schulungen des Kollegiums und der Mitarbeiter

  • externe und interne Fortbildungen
    • Angebote des FIBS
    • Fortbildungen der Lehrerbildungsakademie Dillingen
    • Erste grundlegende Schulinterne Lehrerfortbildung mit Herrn Robert Bögle vom PIB am 11.05.2011: “Prävention sexueller Übergriffe an Schulen”. 

3.4. Selbstverpflichtung des Kollegiums und aller Mitarbeiter

Selbstverpflichtung zur Verhinderung sexualisierter Gewalt an der MWMRS

Die Zusammenarbeit von Schülerinnen und Lehrern an der Maria-Ward-Mädchenrealschule lebt von vertrauensvollen Beziehungen untereinander. Dieses Vertrauen muss sich entwickeln  und darf nicht zum Schaden der Kinder und Jugendlichen ausgenutzt werden.

Wir stärken die uns anvertrauten Schülerinnen und gehen achtsam mit Ihnen um und schützen sie vor Schaden, Gefahren und Gewalt. Daher lehnen wir jegliche Form von körperlicher, seelischer und verbaler Gewalt ab.

Wir setzen uns dafür ein, dass in unserer Schule keine Grenzverletzungen, kein sexueller Missbrauch und keine sexualisierte Gewalt stattfinden.

Schutz der Mädchen

Wir wollen die Mädchen vor jeglichem Schaden und Gewalt schützen.

Umgang  mit Nähe und  Distanz

Wir versuchen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Nähe und Distanz zu gestalten.

Stellung beziehen

Wir beziehen aktiv Stellung gegen Gewalt, Diskriminierung und Sexismus.

Keine Ausnutzung der eigenen Rolle

Wir nutzen unsere Rolle als Lehrer nicht für sexuelle Kontakte zu den uns anvertrauten Schülerinnen.

Kinder und Jugendliche ernst nehmen

Wir nehmen die Grenzempfindungen unserer Schülerinnen ernst und wahren diese.

Respekt vor der Intimsphäre

Wir respektieren die persönlichen Grenzen der Intimsphäre unserer Schülerinnen.

Wahrnehmung von Grenzüberschreitungen

Wir schreiten bei Grenzüberschreitungen ein und thematisieren sie.

Kein abwertendes Verhalten

Wir verzichten auf diskriminierendes Verhalten und achten auf das Verhalten anderer.

Wir kennen Möglichkeiten, um bei konkreten Anlässen Kontakt zu einer Beratungsstelle aufzunehmen. Außerdem sind wir darauf bedacht, dass an unserer Schule eine Atmosphäre des zwischenmenschlichen Vertrauens und des gegenseitigen Respekts an der Tagesordnung steht. Die Lehrerinnen und Lehrer versuchen auch außerhalb des Unterrichtes jederzeit ein offenes Ohr für die Anliegen und Sorgen der Schülerinnen haben. Beispielsweise nehmen sehr viele Lehrer am Mittagstisch des Tagesheims teil. Die Schülerinnen wissen, dass die Lehrer auch während dieser Zeit für Gespräche zur Verfügung stehen. Eine weitere Anlaufstelle bildet das eben genannte Tagesheim mit seinen engagierten Mitarbeiterinnen unter denen sich auch zwei Sozialpädagoginnen befinden. Auch sie setzen sich mit den Problemen der Schülerinnen, die sie teilweise jahrelang kennen, auseinander.

3.5. Präventionsmaßnahmen und Vernetzung mit dem Alltag der Schülerinnen

An unserer Schule finden mehrere Projekte und Angebote statt, die die Schülerinnen unterstützen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

1. Schulinterne Projekte

  • Schulspiel
  • Diverse Sportangebote: Mädchenfußball, Judo und Volleyball
  • Percussion
  • Chor
  • Schülerzeitung
  • Kreative Hobbyübungen: Chemie-Übung
  • Tutoren
  • Ministrantendienst
  • Praktikum
  • Veranstaltungen der Schulseelsorge
  • Gottesdienste
  • ZfU
  • Tagesheimangebote

2. Projekte durch externe Partner

  • MfM-Projekte für die 5. Klassen
  • Projekt „Zsammgrauft“ für die 7. Klasse mit der Polizei München
  • Orientierungstage in Benediktbeuern für die 9. Klasse
  • „Umgang mit dem Internet: Möglichkeiten und Gefahren“,
    Projekt für die 6. Klassen

3. Einbettung in den Unterricht

Alle an der Maria-Ward-Mädchenrealschule angebotenen Fächer beinhalten lehrplankonforme Themen, die die Schülerinnen in ihrer individuellen Entwicklung unterstützen und der Stärkung des Selbstbewusstseins dienen. Unter anderem erlernen die Schülerinnen im:

  • Deutsch- und Geschichtsunterricht:
    • Argumentieren des persönlichen Standpunktes
    • Reflexion der eigenen Wünsche und Vorstellungen
    • Kritisches Hinterfragen gesellschaftlicher Entwicklungen
    • Erlernen von Empathie
  • Biologieunterricht:
    • Körperwahrnehmung und –bewusstsein
    • Biologische Funktionsgrundlagen des Körpers
    • Sexuelle Aufklärung im Rahmen des Lehrplans in altersgemäßer Umsetzung
    • Verantwortungsbewusster Umgang mit Sexualität
  • Religion
    • Wertevermittlung
    • Meditations- und Entspannungsübungen
    • Wertschätzender und respektvoller Umgang in der Gesellschaft
    • Zusammenhang von Partnerschaft, Liebe und Sexualität

3.6. Information der Eltern

Auf die oben genannten Maßnahmen und Projekte werden die Eltern unserer Schülerinnen auf den Informationsabenden für die 5. Klasse sowie auf den Elternabenden der 5. und 6. Klasse hingewiesen. Selbstverständlich wird in den höheren Jahrgangsstufen immer wieder darüber informiert. Auch mit dem  Elternbeirat der Schule findet ein regelmäßiger Austausch über die selbstbewusstseinsstärkenden Maßnahmen statt.

3.7. Informationen über Anlauf- und Beratungsstellen auf der Schulhomepage und auf Aushängen in der Schule

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